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Neuer Standort vom Pfarreisekretariat

Dienstag, 04.09.2018 von Luzia Hubacher

Pfarreireise in die Normandie

Freitag, 15.06.2018 von Luzia Hubacher

Vom 31.05. – 10.06.2018 waren 32 Personen untere kundiger Reiseleitung von Elmar Rotzer unterwegs in der Normandie (F). Die normannische Kulturlandschaft mit vielen gotischen Kathedralen, verträumten Schlössern, steilen Kreideklippen sowie die Zeugen vergangener Weltkriegsjahre in Museen und an Landungsstränden waren besonders eindrücklich.

 

Von Beaune nach Le Havre

Nach einem Zwischenstopp im Burgund führte die Reise in die Normandie durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft mit unfassbarer Weite, herrlichen Feldern und vielen Grüntönen. Der Besuch des Gartens von Claude Monet in Giverny war so echt, als würde man dem Maler im nächsten Moment persönlich begegnen.

Nach der Ankunft in Le Havre wurde uns eine interessante Rundfahrt durch die im Krieg stark zerbombte Stadt und auf dem Schutt reisbrettartig wieder neu aufgebaute Stadt geboten. Wir besichtigten die fantastische Kirche St. Joseph, die praktisch nur aus einem gewaltigen Turm von 120 Metern besteht und kein Kirchenschiff enthält.

 

Der Besuch in Caen

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Caen mit dem um 1060 von Wilhelm dem Eroberer auf einem Hügel erbauten Château Ducal de Caen, umgeben von den romanischen Klosterkirchen Saint-Étienne und Sainte-Trinité. Nach dem Besuch des Hafens statteten wir der Klosterkirche Saint-Étienne (Männer-Abtei) einen Besuch ab. Eine architektonische Top-Rarität, welche von den Bomben im Zweiten Weltkrieg verschont geblieben ist! Am Nachmittag besuchten wir das Mémorial de la Bataille de Normandie von Caen. Dieses Memorialmuseum zeigt die Vorgeschichte und die historischen Zusammenhänge der Ereignisse im Zweiten Weltkrieg auf, aber auch die jüngste Vergangenheit wird thematisiert.

 

Von den Kreideklippen Étretats bis nach Fécamp

Ein weiterer Ausflug führte uns nach Étretat. Das Seebad an der Alabasterküste mit den Kreidefelsen ist ein bekanntes Fotosujet. Anschliessend fuhren wir nach Fécamp. Hier besuchten wir die Bénédictine-Brennerei im Palais Bénédictine. Der Gründer liess diesen Palast um 1860 erbauen und legte eine eindrückliche Sammlung sakraler Kunst an. Wir erhielten auch Einblick in die Brennerei. Im Parcours der Sinne konnten wir an den für den Likör verwendeten verschiedenen Kräutern und Gewürzen riechen. Natürlich fehlte auch eine (sehr) kleine Degustation nicht.

 

Auf der Cidre-Strasse zur Domaine de St. Hippolyte

Nun wollten wir den Original-Camembert mit demjenigen von Baer vergleichen. Wir fuhren ins Pays d'Auge in die Nähe der Dörfer Livarot, Camembert und Pont l’Èvêque, welche diesen weltberühmten Käsesorten den Namen gaben. Die "Käsefabrik", die wir besuchten, liess uns jedoch staunen. Statt Berufskäser sind hier Roboter am Werk! Das Pays d'Auge ist aber auch das Apfelland. Bevor wir Calvados-Brennereien besuchten, begaben wir uns auf eine Pilgerfahrt nach Lisieux, dem nach Lourdes zweitbedeutendsten Wallfahrtsort in Frankreich. Die heilige Therése von Lisieux lebte und starb hier im Kloster. Ausserhalb der Stadt hatten wir Zeit für persönliche Einkehr und liessen die Eindrücke der wunderschönen weissen Basilika auf uns wirken. Dann ging es direkt zum Calvados ins Château de Breuil mit einer alten Brennerei. Hier wurden wir durch die alte Brennerei und die Kellereien geführt. Eine Degustation mit zwei verschiedenen Gläschen rundeten unsern Besuch ab. Der Küste entlang fuhren wir zurück nach Le Havre.

Am nächsten Vormittag besuchten wir Honfleur mit seinem malerischen Hafen und der grössten sehenswerten Holzkirche Frankreichs, Sainte-Catherine.

 

In Rouen und Jumièges

Unter kundiger Führung besichtigten wir die gotische Kathedrale Notre Dame von Rouen, deren reich dekorierte Fassade von Maler Claude Monet gemalt worden ist. In dieser Kathedrale hat das Herz des Königs Richard von Löwenherz seine letzte Ruhestätte gefunden. Besonders Gefallen fanden bei uns die engen Gässchen sowie die moderne Kirche Jeanne d’Arc. Hier starb die Nationalheilige Frankreichs am 30. Mai 1431 den Feuertod. Diese Kirche mit den wunderschönen Glasfenstern wurde zur Erinnerung an diesen grausigen und ungerechten Tod und zu Ehren der heiligen Jeanne d’Arc errichtet. Der Seine entlang fuhren wir zur ehemaligen Abtei Jumièges.

 

Historisches in Bayeux

Der „Wandteppich von Bayeux“ erzählt in 58 Bildern von der Eroberung Englands durch den Normannenherzog Wilhelm. Auf dem 70 Meter langen und dem 50 Zentimeter hohen Wandteppich ist nicht nur die kämpfende Ritterschar, sondern auch die Lebenswelt des Mittelalters und sogar eine erste bekannte Darstellung des Kometen Halley abgebildet. Anschliessend führte unser Weg an die Landungsküste von Arromanches-les-Bains. Sie ist bekannt als einer der Landungsplätze der alliierten Truppen. Insbesondere die künstlichen Hafenanlagen und Wellenbrecher erinnern an den D-Day. Beim Strand Gold erfolgte am 6. Juni 1944 die Invasion der englischen Truppen. Die bislang grösste Landeoperation besiegelte die deutsche Niederlage im zweiten Weltkrieg. Mit diesen nachdenklich stimmenden Eindrücken fuhren wir nach Le Havre zurück.

 

Der Wallfahrtsort Mont-Saint-Michel

Am letzten Reisetag in der Normandie fuhren wir zu diesem berühmten uralten Pilgerziel. Das „Wunder des Westens“ ist seit 1979 Weltkulturerbe der UNESCO. 33 Einwohner leben in den verwinkelten Gässchen und Fachwerkhäusern. In diesem beeindruckendsten Kloster des Abendlandes lebten bis in die 1960er Jahre Benediktiner, seit 2001 sind hier Ordensleute der Fraternité Monastique de Jérusalem wohnhaft. Eine der zahlreichen Legenden besagt, dass im Jahr 704 der Erzengel Michael dem Erzbischof von Avranches im Traum aufforderte, auf dem Gipfel des Mont Tombe (Berg des Grabes) eine Kapelle zu errichten. Alle aus unserer Gruppe haben den Aufstieg bis zur Abteikirche mit über 200 Stufen geschafft! Auch die schönsten Bilder und Fotos können die Einmaligkeit und schon gar nicht die besondere Atmosphäre dieses besonderen Ortes beschreiben.

 

Via Paris zurück nach Hause

Nach einer Führung durch die Stadt der Liebe stand der Nachmittag zur freien Verfügung. Das lauwarme Nachtessen im Hotel erleichterte den Abschied und alle freuten sich auf die bevorstehende Heimreise. Unser Chauffeur Philipp brachte uns sicher und wohlbehalten nach Hause.

Vielen Dank für diese wunderbare und abwechslungsreiche Normandie-Reise, die angenehme Reisegruppe, den umsichtigen Chauffeur und der kompetenten, inzwischen „diplomierten“ Reiseleitung.

 

Franz Wyrsch, Edgar Riedo, Therese Rotzer und Heidi Zimmermann

 

Fotos zur Pfarreireise finden Sie in der Fotogalerie

Spirituelle Wanderung - Luzerner Kapellenweg

Montag, 07.05.2018 von Pfarrei Ennetbürgen

Am Montag, 7. Mai ist über dem Bürgenberg ein herrlicher Morgen erwacht. Erwartungsvoll haben sich fünfzehn gutgelaunte Wanderer bei der Posthaltestelle eingefunden, wo sie von Moni Amstutz und Elmar Rotzer, unsere Wander- und spirituellen Begleiter, empfangen worden sind. Und dann sind wir losgefahren.

 

Mitten im Luzerner Rottal, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft, liegt Hellbühl, der Anfang unseres zwanzig Kilometer langen Kapellenweges, der von siebzehn Kapellen gesäumt ist. Die Ruswiler Wegkapelle Huob, ist der Heiligen Katharina und den vierzehn Nothelfern geweiht. Hier haben wir ein erstes Mal unsere Seele mit geistiger Kost genährt und den Durst mit einem kräftigen Schluck aus der Flasche gestillt.

 

Die prächtige Sicht über üppige Bauernhöfe mit unseren heimischen Bergen im Hintergrund, haben unsere Augen erfreut. Dass an diesem sonnigen Tag auf den Höfen der Luzerner Landschaft grosse Arbeit geleistet worden ist, davon hat das duftende Heu am Wegesrand gezeugt.

 

Auf der Hälfte der Wegstrecke sind wir dann bei der Wallfahrtskapelle St. Ottilien, Buttisholz, dem Ziel unserer Mittagsrast, eingekehrt. Auf einer kleinen Anhöhe hat uns die als Achteck angelegte Kapelle bereits erwartet. Im Dachstock der Kapelle wohnt eine Fledermauskolonie, die der Gruppe der grossen Mausohren angehören. Diese geschützten Tiere sind das Ziel vieler Ausflüge und zeigen den vielen Besuchern per Videoübertragung die Behausung im Turm. Viele Pilger wandern zur heiligen Ottilia, Fürbitterin für gutes und gesundes Augenlicht. Unsere anschliessende Brotzeit aus dem Rucksack hat uns gut gemundet. Daraufhin hat uns Moni Amstutz im Rund der Kapelle eine Geschichte erzählt, und das Lied «Meine Hoffnung und meine Freude» ist aus unseren Kehlen erklungen.

 

Nach Buttisholz haben wir Grosswangen erreicht und uns den Kaffeehalt redlich verdient. Trotz der heissen Sonne ist die Zeit auf der letzten stündigen Wegstrecke mit guten Gesprächen wie im Flug vergangen. In der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Ettiswil haben wir unsere Kapellenwegwanderung Hellbühl-Ettiswil beendet. Da und dort haben uns die Füsse ganz leicht gebrannt, aber der Stolz, das Ziel erreicht zu haben, ist in den glänzenden Augen der Wanderer gut sichtbar gewesen.

 

Moni und Elmar, herzlichen Dank für den geschenkten Tag, die neuen Eindrücke und die besinnlichen Gedanken in dieser hektischen Zeit.

 

 

Hedy Amstutz